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Markdown in den 9 wichtigsten Plattformen verstehen

Markdown ist nicht universell. Jede Plattform hat eigene Dialekte und Quirks. Wer dieselbe Syntax auf GitHub, Reddit, Discord und Slack erwartet, wird enttäuscht. Dieser Ratgeber zeigt die wichtigsten Unterschiede und gibt eine Cross-Platform-Strategie.

📝 Von Markus Markdown

Das Plattform-Spektrum

Markdown-Plattformen lassen sich grob in vier Kategorien einteilen. Erstens: Code-Hosting wie GitHub und GitLab. Zweitens: Community-Plattformen wie Reddit. Drittens: Chat-Tools wie Discord und Slack. Viertens: Notiz-Apps wie Notion und Obsidian.

Jede Kategorie hat eigene Anforderungen und entsprechend eigene Markdown-Dialekte. Code-Hoster brauchen Tabellen und Task-Lists für Issues. Chat-Tools brauchen Bold und Code, aber keine Headings. Notiz-Apps brauchen Wikilinks für Vernetzung.

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CommonMark — der gemeinsame Nenner

CommonMark ist die formale Spec, auf der alle modernen Markdown-Dialekte aufbauen. Wer rein in CommonMark schreibt, ist auf allen Plattformen kompatibel — wenn die Plattform überhaupt CommonMark-konform ist.

CommonMark deckt ab: Headings, Listen, Code-Blöcke, Links, Bilder, Zitate, Fett, Kursiv, Inline-Code. Das sind die universellen Features.

Nicht in CommonMark: Tabellen, Task-Lists, Footnoten, Strikethrough, Wikilinks, Math, Mermaid. Diese sind Plattform-Erweiterungen.

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GitHub und GitLab — die Code-Hoster

GitHub-Flavored Markdown (GFM) erweitert CommonMark um Tabellen, Task-Lists, Strikethrough, Autolinks und Footnoten. Plus GitHub-eigene Features wie Issue-Referenzen `#123` und User-Mentions `@user`.

GitLab nimmt GFM und ergänzt Mermaid-Diagramme (vollständig, nicht nur in Issues), KaTeX-Math, YAML-Front-Matter und Quick-Actions wie `/close`.

Praktisch: was auf GitHub funktioniert, funktioniert fast immer auch auf GitLab. Umgekehrt nicht — GitLab-spezifische Features (Mermaid in Wikis, Quick-Actions) gehen auf GitHub nicht.

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Reddit — eigener Dialekt mit Geschichte

Reddit hat seinen Markdown-Renderer seit 2007 weitgehend unverändert gelassen. Daher fehlen viele moderne Features: keine Tabellen, keine Footnoten, kein Standard-Strikethrough (Reddit nutzt `~~` aber unzuverlässig).

Reddit-spezifische Features: Superscript mit `^` (hochgestellt), Spoiler-Syntax `>!Text!<` (versteckt bis zum Klick), Subreddit-Links `/r/programming`, User-Links `/u/username`.

Wer ein GitHub-README in Reddit pastet, sieht keine Tabellen und keine Footnoten. Praxis: für Reddit reduzieren auf Basics, Tabellen als Code-Blöcke darstellen.

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Discord und Slack — Chat-Minimum

Discord-Markdown ist reduziert auf Chat-Essentials. Bold, Italic, Strikethrough, Code-Blöcke, Block-Quotes. Plus Discord-spezifisch: Underline `__text__` und Spoiler `||text||`. Keine Tabellen, keine Markdown-Links `[Text](url)`, keine Bilder via Markdown.

Slack-mrkdwn ist KEIN Markdown im Standard-Sinne. Slack nutzt single Sternchen für Bold (`*bold*`), Unterstrich für Italic (`_italic_`), single Tilde für Strikethrough (`~strike~`). Wer einen GitHub-Markdown-Text in Slack postet, sieht keine fett-Formatierung.

Migrations-Tipp: wenn du dasselbe Snippet auf GitHub und Slack posten musst, schreib zwei Versionen. Oder nutze Slack-mrkdwn-Konverter wie slack-markdown-cli.

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Notion und Obsidian — die Notiz-Apps

Notion versteht Markdown beim Tippen. Du schreibst `## Heading`, Notion konvertiert in einen H2-Block. Der eigentliche Speicher ist proprietär (Block-JSON), nicht Markdown. Beim Export bekommst du Markdown zurück — aber Footnoten, Math und Wikilinks gehen verloren.

Obsidian hat den umfangreichsten Markdown-Funktionsumfang: alle GFM-Features plus Wikilinks `[[Note]]`, Block-References `[[Note#^block-id]]`, Callouts `> [!info]`, Math via KaTeX, Mermaid-Diagramme. Plus Backlinks-System für Note-Vernetzung.

Wer von GitHub zu Obsidian wechselt, muss sich umstellen. Standard-Markdown funktioniert, aber die Obsidian-spezifischen Features sind zu mächtig um sie nicht zu nutzen.

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Pandoc — der über-allen-Dialekten

Pandoc-Markdown ist das technisch mächtigste Markdown-Set. CommonMark + GFM + Footnoten + Math + Citations + Tables (Grid-Style) + Subscript/Superscript + Definition-Lists + Page-Breaks. Plus die Fähigkeit, mit Filter-Plugins beliebige weitere Features zu unterstützen.

Praxis: Pandoc-Markdown ist die Wahl für Source-of-Truth-Dokumente. Du schreibst in Pandoc-Syntax, konvertierst nach Bedarf zu HTML, PDF, Docx oder anderen Markdown-Dialekten.

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Die Portable-Strategie

Wenn dein Markdown auf vielen Plattformen funktionieren muss, gibt es eine pragmatische Strategie. Erstens: bleib bei CommonMark-Basis. Verzichte auf Tabellen, Task-Lists, Footnoten ausser du weisst dass alle Ziel-Plattformen sie unterstützen.

Zweitens: dokumentiere für jede Plattform separate Versionen. README.md für GitHub mit voller GFM. README-discord.md ohne Tabellen. README-slack.txt im Slack-mrkdwn-Format.

Drittens: nutze Konvertierungs-Tools. Pandoc kann Pandoc-Markdown zu GFM, CommonMark, Slack-mrkdwn konvertieren. Damit hast du eine Source-of-Truth und mehrere Output-Formate.

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Häufige Fragen

Welcher Dialekt für Tagebuch-Notizen?

Obsidian-Markdown plus Wikilinks. Erlaubt Vernetzung zwischen Tagebuch-Einträgen, Backlinks zeigen Beziehungen.

Welcher Dialekt für Open-Source-README?

GFM. Tabellen, Task-Lists, Strikethrough sind universell hilfreich. Footnoten optional.

Welcher Dialekt für wissenschaftliches Paper?

Pandoc-Markdown mit Math und Citation-Syntax. Konvertiert zu PDF via LaTeX.

Wie konvertiere ich Markdown-Dialekte ineinander?

Pandoc-CLI: `pandoc input.md --from=gfm --to=commonmark -o output.md`. Filter-Plugins für spezifische Anpassungen.

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